Die Schwanzfedern des Eisenvogels

Intro

Obwohl der Zugvogel Kranich auf der Erde zuweilen ungelenk wirkt, ist sein Flug kraft- und würdevoll. Indem sein Flügelschlag fließend zwischen Anspannung und Loslassen wechselt. Während seine Schwanzfedern im Winde auf und ab, ein und aus tanzen.

Einerseits fliegt er klar vorm Auge seinem Ziel entgegen. Andererseits schwebt er mit dem Wind im grenzenlosen Raum. Genauso wie ein Künstler bewegt er sich fast lautlos zwischen Himmel und Erde über das weite Land.

Flugschau vor einem Traumpublikum

Im Traum wird Paul Gecko von ein paar Leuten in einem öffentlichen Atrium erwartet. Er möchte sie mit einer Flugschau beeindrucken.  Als er im Atrium ankommt, ist niemand da. Paul wird bewusst, dass er sich in einem Traum befindet und ihn Traumfreunde erwartet haben. Sie sind diejenigen, die ihn bei seiner Flugschau im Klartraum bestaunen können. Doch sie sind nichts anderes als Geschöpfe der Träume. In der wirklichen Welt kann er weder fliegen noch Mitmenschen damit beeindrucken.

Deshalb enttäuscht ihn die Erkenntnis und er will den Traum vorzeitig beenden. Doch bevor Paul Gecko aufwacht, entdeckt er am Himmel einen merkwürdigen Eisenvogel, der wie eine Strichzeichnung aussieht. Er erinnert ihn an einen Kranich. Seine beiden ungewöhnlich langen Schwanzfedern sind merkwürdig ein- und ausgekringelt. Entsprechend kann er seine Schwanzfeder auswerfen wie eine Angelschnur.

Er packt Paul Gecko damit sanft am Hinterkopf nahe am Halsansatz. Vor Schreck holt er tief Luft. Ferner kitzelt er ihn sanft am Gaumen. Paul Gecko merkt, der Vogel bekleidet ihn als Freund auf seinem Flug. Nachdem er beruhigt wieder ausgeatmet hat, zieht der Vogel seine Schwanzfedern ein. Zurück bleibt ein genussvolles, wohliges Gefühl am Gaumen. Solange bis er aufwacht, schwebt  Paul zufrieden und gelassen zwischen Himmel und Erde.

Siehe auch Traum und Kunst

Zugriffszaehler
Email an Klaus- H. Schader